Mittwoch, 17.12.2025 , 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr
„Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ – Von der Astronomie zur Alchemie: Naturwissenschaften in der Historischen Bibliothek
Kurzbeschreibung
Die meisten kennen sicher die bekanntere Form des vielzitierten Ausspruchs des Schweizer Arztes Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert: Die Dosis macht das Gift! Die Erkenntnis, dass jede Substanz unter bestimmten Umständen schädlich oder sogar tödlich wirken kann, hatte ihn bereits im 16. Jahrhundert zu dieser Aussage gebracht, die unbestritten das Wesen der Toxikologie beschreibt – nämlich das Vorhandensein einer Dosis-Wirkungs-Beziehung. Auch wenn Paracelsus heute nicht unumstritten ist und auch schon von den meisten zeitgenössischen Ärzten abgelehnt wurde aufgrund der widerspruchsvollen Aspekte seiner Lehre, wurden und werden seine Persönlichkeit und Lehre lebhaft diskutiert.
Beschreibung
Diese schillernde Person mit ihrem alchemistischen Natur- und Medizinverständnis ist Ausgangspunkt für den Vortrag von Dr. Uli Steiger, der Sie ausgehend von den naturwissenschaftlichen Beständen der Rastatter Sammlung mitnimmt auf eine spannende und bilderreiche Tour durch die Geschichte der Naturwissenschaft in der frühen Neuzeit. Darunter befinden sich einige für die Wissenschaftsgeschichte bedeutsame Werke, wie etwa der Band ‚De humani corporis fabrica‘ des berühmten flämischen Anatoms und Chirurgen Andreas Vesal (1514–1564), das Kräuterbuch von Hieronymus Bock (1498–1554), einem der Väter der wissenschaftlichen Botanik, oder das Bergwerkbuch ‚De re metallica libri XII‘ des Begründers der Geowissenschaften und herausragenden Renaissance-Gelehrten Georg Agricola (1494–1555). An ausgewählten Beispielen skizziert der Referent die Geschichte der Naturwissenschaft(en) bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
Der Vortrag will gleichzeitig Appetit machen auf die Sonderausstellung „Die Erfindung der Natur“ – Illustrierte Naturbücher von Plinius’ Naturalis historia bis zu Humboldts Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung, die im Juni 2026 in der Historischen Bibliothek startet und ein umfassendes Kaleidoskop der naturhistorischen Fachprosa bieten wird und damit gleichzeitig das sich wandelnde wissenschaftliche Interesse an der Natur verdeutlicht. Im Mittelpunkt steht dabei Alexander von Humboldts revolutionäres Verständnis der Natur als vernetztes Ökosystem. Er ahnte bereits um 1800 die Verwundbarkeit der Erde und nahm damit in seinem Werk die aktuellen Diskussionen um die Gefährdung der Natur durch den Menschen vorweg.
Der Vortrag am 17. Dezember 2025 beginnt um 18:00 Uhr im Bibliothekssaal der Historischen Bibliothek im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium. Der Eintritt ist frei; eine Anmeldung ist nicht nötig.
Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie Tel. 07222 / 972 8420 (Mo bis Mi) oder auf unserer Homepage hier.

